Texte für Online Shops: Was ist wichtig?

Dieses Thema sollte niemals aus dem allgemeinen Fokus zu rücken. Und das ist auch richtig, denn erstaunlicherweise werden Texte in vielen Online Shops stark vernachlässigt – immer noch. Und ich muss leider sagen, dass das fast schon ein emotionales Thema ist. Ich weiß nicht, wie oft ich schon vor dem Bildschirm gesessen habe, während ich versuchte, sagen wir mal, einen Laptop für meine Bedürfnisse zu finden. Natürlich kaufe ich mir nicht ständig Laptops, aber ich erinnere mich an eine Phase des ständigen Vor-dem-Bildschirm-sitzens, als ich es doch einmal versuchte.  Der Grund dafür waren verwirrende oder fehlende Informationen zu den Produkten, wobei ich mir manchmal nicht sicher bin, welches davon schlimmer ist. Aber okay, das ufert hier aus und wir sollen uns ja schließlich kurz fassen

Wo war ich? – Ach ja, Texte für Online Shops:

SEO und Conversions: Zwei wichtige Ziele von Online-Shop-Texten

Ich bin ein bisschen davor zurückgeschreckt, SEO und Conversions als die wichtigsten Ziele von Texten in Online Shops zu bezeichnen, wobei keine Frage ist, dass Conversions das Hauptziel von allen Maßnahmen in Online Shops sind, beziehungsweise sein sollten. SEO ist da nur ein Mittel von vielen. Das ist bei den Texten sicherlich nicht anders, aber dennoch können die Ziele in zwei verschiedene Phasen unterteilt werden:

  1. Phase: User auf die Seiten holen, den Traffic steigern – am besten von Suchmaschinen, denn dort wird aktiv gesucht, also kurz: SEO.
  2. Phase: Diese User auf der Seite halten, sie interessieren, überzeugen und zum Kauf führen, sprich: Conversions.

Diese Unterscheidung ist zwar simpel, aber es scheint offenbar doch wichtig zu sein sie zu erwähnen. Denn auch wenn die Suchmaschinen immer besser darin werden, zu erkennen ob ein Text nur für sie gemacht ist oder auch einen Mehrwert für den User hat, so gibt es da trotzdem noch ein paar Unterschiede, gerade bei Textformen wie sie in Online Shops Verwendung finden.

SEO-Texte für Online Shops

Man kann bei Online Shops nicht dieselbe Brille aufsetzen wie bei anderen Websites. Der Hauptcontent von Online Shops sind nun mal die Produkte und das sollte auch auf jeden Fall so bleiben. Denn sie sollten im Fokus stehen und nicht irgendwelche Texte (wir haben ja schließlich immer auch die Conversions im Auge). Ein User sollte nicht vergessen, dass er sich gerade in einem Onlineshop befindet. Daher drehen sich die Texte in Online Shops immer um das Produkt. In der Regel handelt es sich also um Produktinformationen beziehungsweise -beschreibungen.

WDF*IDF und Keyword Density sind nutzlos

Und hier liegt das Dilemma: Solche Texte sind in der Regel eher kurz und daher greift all das, was man überall zur SEO Textoptimierung liest, nicht, beziehungsweise fast nicht. Also Finger weg von Keyword Density oder WDF*P*IDF Kram, denn naturgemäß kommen wichtige Keywords in kürzeren Texten deutlich häufiger vor als in längeren.

Keyword Analyse

Hohe Relevanz hat jedoch die Keyword-Analyse. Was wird gesucht, was verwendet die Konkurrenz, welche Synonyme gibt es usw. Die Auswahl der Keywords sollte sorgsam erfolgen und einer gewissen Strategie folgen, dazu gibt es gleich innerhalb der Conversions noch nähere Infos.

Textform und Textlänge

Gerade die Textlänge und Textform scheinen den Betreibern von Online Shops Kopfschmerzen zu bereiten. Tatsächlich kann man nicht DIE Empfehlung geben, wie lang ein Text sein oder welche Form er haben sollte. Das kommt vor allem auf das Produkt an, das beschrieben wird. Besteht Erklärungsbedarf? Dann sollte es auch erklärt werden, sein Nutzen und Einsatzgebiete erläutert werden. Wenn man ein großes Sortiment hat, ist das vermutlich etwas zu viel verlangt für jedes Produkt. Daher sollten Prioritäten gesetzt werden und die Produkte im Hochkonkurrenzumfeld umfangreicher und sorgfältiger betextet werden, als andere. Mit Hochkonkurrenz beziehe ich mich hier vor allem auf die Suchergebnisse. Außerdem spielt die Relevanz des Produkts für den Händler eine Rolle. Ein Produkt, das hohen Umsatz verspricht, sollte sorgfältiger betextet werden als andere. Trotzdem sollten daraus natürlich keine Leitartikel werden – die Beschreibung sollte sich immer um das Produkt drehen und es im Idealfall kurz und bündig erklären. Die genaue Textlänge ist dabei weniger entscheidend als die Frage, ob alle wichtigen Fakten geklärt werden, wieder auch im Hinblick auf die Conversions. Hierbei weise ich nochmal auf die Keywordauswahl hin, also darauf, auch auf Synonyme und die Alltagssprache zu achten und nicht nur irgendwelche Fachbegriffe aus den Herstellerinformationen zu nehmen. Eric Kubitz hat übrigens im SEO Book eine gute Empfehlung zur Betextung von Online Shops gegeben, natürlich vor allem aus SEO-Perspektive. Schlussendlich muss noch gesagt werden, dass die Texte natürlich unique sein sollten, auch in Online Shops.

Textoptimierung zur Steigerung der Conversions

Wie gesagt, besteht das Hauptziel ja nicht nur darin, dass User den Shop finden, sondern sie sollten auch etwas kaufen. Oft reicht es aber nicht aus nur schöne Bilder und eine optimierte Website-Struktur zu haben, um für Conversions zu sorgen. Gerade die Texte können die User von den Vorteilen eines Produkts überzeugen oder auch von dessen Nachteilen und  so gleichzeitig zu einem Produkt führen, das selbstverständlich auch im Shop erhältlich ist. Der User wird zum Kunden und Käufer, wenn seine Zweifel weitgehend beseitigt oder zumindest zur Seite geschoben wurden und er vom Produkt überzeugt ist. Eigentlich ist es sehr einleuchtend, dass dazu die Texte auf der Website gute Dienste tun könnten, aber leider werden sie viel zu oft stiefmütterlich behandelt, während andere Faktoren bis zum Ende durchoptimiert werden. Bei t3n wurde ein Vortrag von Saim Alkan auf der CeBit zusammengefasst, der ein paar durchaus empfehlenswerte Tipps zum Thema Texte in Online Shops enthält.

Letztlich sollte darauf geachtet werden, die SEO-Ziele mit denen der Conversions in Einklang zu bringen. Außerdem sollte man sich auf die User einlassen und sich ein paar Gedanken machen, wie eine hilfreiche Beschreibung für ein Produkt aussehen könnte. Seien Sie kreativ bei der Keywordauswahl und versuchen Sie ihren Kunden Antworten zu liefern. Um nochmal zum Laptop zu kommen: Eine Reduktion auf technische Daten hilft ihnen nicht weiter. Die Leute wollen wissen, was sie damit machen können. Infos zu einer Grafikkarte sind zum Beispiel viel hilfreicher, wenn direkt sichtbar ist, welche Spiele man damit spielen kann.

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5 Kommentare
09.03.2013

Das man mit WDF*IDF bei kurzen Shop-Artikel-Texten nicht weiter kommt sollte eigentlich selbstverständlich sein, sonst wird das nichts 🙂
Was ich meinen Kunden immer empfehle: Zu den „Haupt-Unterseiten“ ausführlichere Landingpages zu gestalten. Dort kann man ja dann auch mehr Content – auch unter Berücksichtigung von WDF*IDF usw. – einbringen.

26.03.2013

Interessanter Artikel zu einem SEO Aspekt den ich noch für völlig unterschätzt halte. Danke