Mobile-Friendly Label – Device-Emanzipation à la Google

Die User Experience ist schon seit langem ein sehr wichtiger Punkt in der Strategie Googles. Die Nutzer der Suchmaschine sollen qualitativ hochwertige Ergebnisse vorfinden und Qualität setzt sich im Internet nicht nur aus inhaltlichen Faktoren zusammen, sondern eben auch aus der Benutzbarkeit der Seite. Eine schlechte Benutzbarkeit wirkt sich für Google insofern aus, dass die User auf der SERPs zurückkommen, wenn sie sich auf dem gefundenen Ergebnis nicht zurechtfinden. Als Betreiber der Seite merke ich das an einer hohen Absprungrate (vorausgesetzt ich habe sie richtig definiert) sowie an einer niedrigen Conversionrate. Wenns schlecht läuft wirkt sich das sogar mittelfristig auch auf meine Desktop Besucherzahlen aus, denn wer mit seinem Smartphone frustriert wurde, kommt vielleicht gar nicht mehr wieder. So kurz, so einleuchtend sind das eigentlich schon genügend Gründe auf die Mobilfähigkeit der eigenen Seite zu achten. Diese Einsicht breitet sich aber offenbar nicht schnell genug aus, sodass Google nachhelfen möchte, wie es das bereits beim Thema HTTPS oder PageSpeed getan hat.

Mobile-friendly Label ab sofort in den Snippets

In der mobilen Suche bestehen schon seit über einem Jahr Rankingnachteile für Websites die nicht richtig für Smartphones konfiguriert sind. Nun nimmt Google mehr die Benutzerfreundlichkeit für Smartphone User ins Visier, denn zukünftig werden die mobilen Suchergebnisse das Label mobile-friendly tragen, sofern sie das auch sind (siehe Abbildung links). Die Neuerung gibt es offenbar bereits, es wird sich aber noch einige Wochen hinziehen, bis das neue Label weltweit ausgerollt ist, wie Google im Webmaster Centrals Blog verkündet hat.

Belohnen oder bestrafen? – Googles Tests zur Förderung der mobilen Optimierung

Dass dieses Label nun kommt ist keine Überraschung. Schon seit längerem hat Google mit unterschiedlichen Auszeichnungen experimentiert, um den Usern zu zeigen ob sich hinter dem Suchergebnis eine Seite verbirgt, deren Besuch sich mit dem Smartphone lohnen könnte oder eben nicht. Dabei war der textbasierte Hinweis nur die letzte Variante. Angefangen hatte es im September mit mobile Icons:

Quelle: Searchengineland.com

Ich persönlich finde das mit Icons ja eine recht schicke Lösung. Aber es blieb nicht bei diesem Test – genau genommen hatte es einen ähnlichen Test bereits 2012 gegeben. Wenige Wochen später wurden negative Icons ausprobiert. Das heißt, es wurden explizit die Seiten ausgezeichnet die nicht mobil optimiert sind.

Non-mobile-friendly Icons

Zuletzt berichtete Searchengineland dann am 14. Oktober von Tests mit einem textbasierten Hinweis. Dieser hat dann letztlich auch das Rennen gemacht und wird nun weltweit ausgerollt.

Ist meine Website mobile-friendly?

Es gibt viele Wege der mobilen Optimierung. Da das hier aber ein SEO-Blog ist, kümmern wir uns darum was Google am liebsten in diesem Bereich sieht. Und dazu gibt es zahlreiche Helfer. Bisher gab es bereits das PageSpeed Insights Tool, mit dem man die Benutzerfreundlichkeit für mobile Devices überprüfen konnte. Mittlerweile gibt es aber einen ganzen Guide, in dem Google seine Erwartungen vermittelt. In diesem Guide ist auch der mobile-friendly Tester enthalten, ein neues Tool das genau die Frage beantwortet: Ist meine Website mobile-friendly? Darüber hinaus gibt es noch die Webmastertools.

In Chrome „Element untersuchen“ als nützliches Tool nutzen

In Google Chrome Browser gibt es noch viele weitere Hilfreiche Optionen. Die sich nach einem Rechtsklick und „Element untersuchen“ offenbaren. Klickt man hier unten in der Leiste auf das mobile Icon (siehe roter Kreis im Bild) findet man einen beinahe vollständigen emulator, mit dem man alle möglichen Geräte und Internetverbindungen simulieren kann. Ein Blick hierein lohnt sich auf jeden Fall, auch wenn das nur ein Anhaltspunkt sein kann.

Ist mobile UX bald auch ein Rankingfaktor?

Noch scheint es nicht der Fall zu sein, dass die mobile Nutzererfahrung zu einem echten Rankingkriterium geworden ist. Die Rankingvorteile die es bisher gab, bezogen sich in erster Linie auf eher technische Faktoren wie falsche Weiterleitungen etc. und nicht auf die Darstellung der Inhalte selbst und somit die User Experience. Wie Searchengineland berichtet ist das aber wohl nur noch eine Frage der Zeit, wenn es nicht sogar schon da ist. Eins ist klar, Google möchte, dass die Seiten auf die es verweist mit jedem Gerät die besten Suchergebnisse darstellen. Google ist nicht daran interessiert die Suche langfristig in eine mobile und eine immobile-/Desktopsuche zu unterteilen. Daher halte ich es für unwahrscheinlich, dass hier Webseiten massenweise und langfristig nur aus der mobilen Suche fliegen. Wenn es ein Rankingsignal wird, dann mittelfristig auch für die globale Suche. Warum ich das denke, erläutere ich in den Folgenden Abschnitten zum „mobilen Internet“.

Das mobile Internet ist ein Auslaufmodell

Seit dem es Smartphones gibt, gab es aber immer ein zwei-Klassen Internet. Hier das richtige, für Desktop Computer und Laptops und dort das andere für eben „Smartphones und so“. Es ist noch nicht lange her, dass es absoluter Standard war, dass Nutzer mobiler Geräte auf teilweise seltsame mobile Seiten umgeleitet wurden, die nicht annähernd den Komfort boten und bieten, wie man das von den echten Seiten gewohnt ist. Die Gründe für diese Spaltung sind vielfältig. Die wichtigsten waren aber in der Regel die deutlich schwächere Leistung der mobilen Geräte und deren kleinerer Bildschirm.

Aber die Geräte haben sich weiterentwickelt, heutzutage haben auch sie dual oder gar Quadcore Prozessoren, eine vernünftige Ausstattung mit Arbeitsspeicher, eine schnelle Internetanbindung und Displays die das Surfen nicht zur Qual werden lassen müssen. Wenn etwas wirklich das mobile Internet ist, dann höchstens das Mobilfunknetz das uns den Zugang gewährt. Auch das wird immer weiter ausgebaut, sodass theoretisch bereits DSL Geschwindigkeiten erreicht werden können. Man könnte meinen, dass Smarpthones und Tablets schon omnipräsent sind, de facto sind wir aber noch recht am Anfang, was die zu erwartenden Datenmengen angeht, die über das „mobile Internet“ laufen.

Was ist noch mobil?

Ohne jetzt eine andere Statistik dagegen halten zu wollen, so ist es einleuchtend zu behaupten, dass das „mobile Internet“ in nicht weit entfernter Zukunft der Normalfall – das Internet – sein wird. In Entwicklungs- und Schwellenländern wie zum Beispiel Indonesien ist das schon so. Hier wurde die Anfangszeit des Internets mitsamt der dazugehörigen Geräte Computer und Modems einfach komplett übersprungen, sodass für die meisten Menschen in diesen Ländern das Smartphone das natürliche Tor zum World Wide Web darstellt. Wenn man hier also hier noch von mobilem Internet redet, dann tut man so als sei das etwas besonderes, was nachweislich Unsinn ist. Wir nutzen das Internet mit so vielen verschiedenen Geräten, das es zukünftig nur noch eins geben wird, eben das Internet. Und Google ist dabei das schon umzusetzen.

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2 Kommentare
02.02.2015

Hallo David,

ich bin mal wieder hier. Man muss tatsächlich als Blogger an ganz viele Dinge denken und ich glaube da geht so eine wichtige Maßnahme schon mal unter. War jedenfalls bei mir so. Mittlerweile habe ich aber meine Webseite Mobil optimiert, habe ich gerade nochmal getestet ;) Alles gut bei mir.

Es gibt glaube ich auf vielen Webseiten immer irgendetwas zu verbessern und wo du das gerade geschrieben hast, fällt mir ein meine Kategorien zu vereinfachen, um die Benutzerfreundlichkeit zu erhöhen. Kommt gleich auf meine To-Do-Liste.

Abschließend, ich glaube auch und die Statistiken sprechen auch dafür, das der Mobile Markt immer stärker wächst.

Lg. Maik Strunk